Die 10 häufigsten Fragen zur Einkommensteuer

Einkommensteuererklärung Fragen

Nachfolgend haben wir Ihnen einmal die 10 Fragen, die uns am häufigsten von unseren Mandaten zur Einkommensteuer gestellt werden beantwortet:

Muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Arbeitnehmer mit der Steuerklasse I oder Verheiratete mit der Steuerklassenkombination IV/IV müssen keine Erklärung beim Finanzamt einreichen. Die Steuer ist durch die einbehaltene Lohnsteuer bereits abgegolten. Sofern aber weitere Einkünfte von mehr als 410,00 EUR im Jahr vorliegen, man den Arbeitgeber gewechselt hat oder Lohnersatzleistungen bezogen werden, besteht eine Abgabepflicht. Ebenso bei einem Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte. Selbständige oder Gewerbetreibende müssen ebenfalls immer eine Steuererklärung abgeben. Sofern das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, muss ebenfalls keine Steuererklärung abgegeben werden.

Bis wann muss ich meine Einkommensteuererklärung abgeben?

Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung ist seit dem Veranlagungszeitraum 2018 auf den 31.07. des Folgejahres (vorher 31.05.) festgelegt worden. Sofern Sie steuerlich beraten werden, ist diese Frist sogar vom 31.12. des Folgejahres auf den 28.02. des übernächsten Jahres verschoben. Sollten Sie also Ihre Steuererklärung durch einen Steuerberater erstellen lassen, so bleibt mehr Zeit für die Bearbeitung. 

Was passiert bei verspäteter Abgabe?

Bei verspäteter Abgabe wird nach § 152 AO ein Verspätungszuschlag festgesetzt. Dieser beträgt für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens jedoch 10,00 EUR für jeden angefangenen Monat der Verspätung. 

Welches Finanzamt ist zuständig?

Das örtliche zuständige Finanzamt ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Wohnsitz des Steuerpflichtigen liegt. 

Wie teuer ist die Erstellung bei einem Steuerberater?

Dies ist vermutlich die meistgestellte und am schwierigsten zu beantwortende Frage. Derzeit gilt für Steuerberater (ähnlich wie für Notare und Rechtsanwälte) eine gesetzliche Vergütungsverordnung, die Steuerberatervergütungsverordnung. Das Honorar bemisst sich an bestimmten Gegenstandswerten, diese sind im Bereich der Einkommensteuererklärung in den meisten Fällen die Einnahmen in den jeweiligen Einkunftsarten. Festgesetzt wird das Honorar dann nach bestimmten Zehntelsätzen. Grundsätzlich findet hier der Mittelwert Anwendung. Wir überschlagen das Honorar gerne vorab.

Welche Unterlagen braucht der Steuerberater von mir?

Auf jeden Fall werden alle Unterlagen zu Einnahmen und Ausgaben benötigt, die mit einer Einkunftsart zusammenhängen. Darüber hinaus noch Belege zu außergewöhnlichen Belastungen (wie z.B. Krankheitskosten), Sonderausgaben (wie z.B. Studienkosten, Kinderbetreuungskosten) oder Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen.

Wie lange dauert die Bearbeitung beim Finanzamt?

Dies würden wir gerne beantworten, können wir aber nicht. Durch die immer automatisiertere Bearbeitung beim Finanzamt werden viele Erklärungen inzwischen innerhalb weniger Wochen bearbeitet. Allerdings sind auch deutlich längere Bearbeitungszeiten – bis hin zu mehreren Monaten – möglich. So leid es uns tut, nachfragen hilft da meist wenig. 

Kann ich Krankheitskosten absetzen?

Krankheitskosten können dem Grunde nach als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. Jedoch muss die Behandlung gezielt angeordnet worden sein. Zu den Krankheitskosten gehören z.B. Sehhilfe, Zahnersatz oder Logopädie. 

Es wird bei der Berechnung der steuerlich abzugsfähigen Höhe allerdings eine „zumutbare Eigenbelastung“ abgezogen. Diese berücksichtig das Jahreseinkommen, den Familienstand und die Anzahl der Kinder. 

Wie wird meine Rente besteuert?

Die Rentenbesteuerung ist ein Kapitel für sich und nicht einfach zu beantworten. Die Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird mit dem Ertragsanteil besteuert. Diese beträgt bei Rentenbeginn im Jahr 2019 78 % der Rente. Der Steuerfreibetrag wird dann mit 22% (100 % - 78%) der Rente berechnet und für die Folgejahre festgeschrieben. Er bleibt also immer gleich, auch bei Rentenerhöhungen. Sofern Sie mit dem steuerpflichtigen Teil der Rente über dem Grundfreibetrag von derzeit 9.168,00 EUR liegen, müssen Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben. 

Wie wird die fertige Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht?

Steuererklärungen können nur noch elektronisch eingereicht werden. Dies ist über einen eigenen Zugang bei ElsterOnline möglich. Wir nutzen hierzu die Übertragungsmöglichkeiten über das Datev Rechenzentrum an die Finanzverwaltung. Sie erhalten mit der fertigen Steuererklärung eine sog. Zustimmungserklärung zur Freigabe der Erklärung. Sobald wir diese unterzeichnet zurückerhalten, können wir die Erklärung an das Finanzamt übermitteln.

Rachel DreherKommentieren